In Großbritannien war ich kein großer Radfahrer. Ich stamme aus Lincolnshire und hatte zwar Fahrräder, aber hauptsächlich Mountainbikes. Als ich 2003 zum ersten Mal nach Taiwan kam, sagte mir mein Chef Paul, ich müsse mir ein Fahrrad zulegen. Wir gingen zu einem örtlichen Hypermarkt, und ich glaube, ich habe mir ein billiges Alltagsfahrrad gekauft. Zuerst hatte ich große Angst. Die Anzahl der Motorroller hier in Taipeh ist unvergleichlich – ganze vierköpfige Familien fahren auf einem Motorroller zum Wocheneinkauf.
Aber ich habe mich schnell an die Verkehrsregeln gewöhnt. Es gibt eine Art Gleichgewicht, das seinen eigenen Rhythmus hat. Alle Straßen haben Motorroller-Spuren, also fährt man rechts davon. Zehn Jahre später bekam ich von meinem Freund James mein erstes Rennrad. Ohne es zu wissen, war dies der Wendepunkt. Nicht lange danach stieg ich auf ein Carbon-Rennrad um, dann auf Klickpedale. Ich war voll und ganz in die Szene eingetaucht.
Die Zahl der Radfahrer in Taiwan ist exponentiell gestiegen. Ich bezeichne mich immer noch gerne als den freundlichen Ausländer und grüße alle und jeden. Ich habe viele Freunde gefunden, indem ich einfach „Hallo” gesagt habe. Zuerst sind sie überrascht, dann merken sie, dass ich freundlich bin, und erwidern meinen Gruß. So habe ich meinen guten Freund Nick aus Australien kennengelernt – er raste auf dem Duckhead (so genannt, weil er auf der Taipei-Runde wie ein Entenkopf aussieht) an mir vorbei. Wir haben viele tolle Touren und Abenteuer zusammen erlebt.
Eine lobende Erwähnung geht auch an meine Freundin Shebby aus St. Vincent, die mich zu einer Fernsehsendung namens „Wow! Taiwan” eingeladen hat. Gemeinsam fuhren wir mit einem ganzen Kamerateam zum wunderschönen Wulai-Wasserfall in Xindian. In ihrem Interview erzählte sie den Moderatoren, wie ich „Hallo” gesagt hatte, und so begann unser Fahrradabenteuer.