Was Turbo leisten kann und was nicht: Von Botschafter James Lowsley-Williams

Radfahren im Winter ist … eine Charakterbildung.

Sich auf Winterausflüge im Freien vorzubereiten, kann sich wie eine Sportart an sich anfühlen: herauszufinden, wie viele Schichten genug sind (und wie viele zu viel), die Taschen „für alle Fälle“ mit Snacks vollzustopfen und zu akzeptieren, dass das Fahrrad wahrscheinlich nach jeder Tour gewaschen werden muss.

Es ist nicht immer einfach, aber Radfahren im Winter hat eine ganz eigene Art, still und leise zu belohnen.

Wie bei den meisten Radfahrern muss das Radfahren Platz teilen mit Arbeit, Familie, müden Beinen und der sehr realen Versuchung, drinnen zu bleiben, sobald die Heizung an ist. Deshalb muss das Radfahren im Winter nachhaltig sein und deshalb ist es wichtig, die richtige Balance zwischen Indoor- und Outdoor-Fahrten zu finden.

James in full green Le Col Kit resting on his bike on the clifton bridge, bristol.
James in full green Le Col kit riding towards.

Der Turbo – ein unterschätzter Held des Winters

Lassen wir dem Rollentrainer mal etwas Anerkennung zukommen. Er hat den Ruf, etwas langweilig zu sein, aber ehrlich gesagt leistet er ganze Arbeit.

Der Rollentrainer bietet dir:

Beständigkeit: selbst wenn das Wetter sein Schlimmstes zeigt
Effizienz: Eine Stunde ist eine Stunde, ohne Ausrollen oder Unterbrechungen
Reibungsarmes Training: keine Überlegungen zur Kleidung, keine gefrorenen Zehen

Einige meiner stärksten Winter basierten auf ganz gewöhnlichen Rollentrainer-Einheiten. Einfach nur konsequent am Ball bleiben. Gerade wenn die Zeit knapp ist, bietet der Turbo kurze, effektive Trainingseinheiten, die die Beine in Schwung halten und die Motivation für die Ausfahrten am Wochenende aufrechterhalten.

Was der Turbo nicht leisten kann

Bei aller Vorzüge kann der Turbo dir nicht alles bieten.

Er kann das Gefühl nicht nachahmen, in die Kälte hinauszufahren, ohne zu wissen, wie die Tour verlaufen wird. Er kann dir nicht beibringen, den Wind zu lesen, das Tempo auf einer langen Steigung zu dosieren oder dich mit dem Unbehagen anzufreunden, wenn keine Countdown-Uhr dir sagt, wie lange es noch dauert.

Und er kann dir nicht auf ganz dieselbe Weise den Kopf frei machen wie eine Fahrt auf einer ruhigen Landstraße.

Draußen eröffnet Anstrengung etwas. Man kommt nach Hause, bereit für eine warme Mahlzeit, und fühlt sich nicht nur „fertig“, sondern ausgeglichener, klarer, erfrischt, auch wenn man noch leicht friert.

Auch eine Verbindung kann der Turbo nicht bieten. Das stille Nicken eines anderen Radfahrers. Das Plaudern und Lachen bei einer Gruppenfahrt. Der Café-Stopp, der sich irgendwie verdient anfühlt, egal wie kurz die Fahrt war.

Blurred shot of james cycling alongside the river.

Die richtige Balance finden

Letztendlich funktioniert das Radfahren im Winter am besten, wenn man die richtige Balance findet.

Der Rollentrainer ist für die Tage da, an denen du fahren möchtest, es aber aufgrund von Terminen oder dem Wetter schwierig ist. Ausfahrten im Freien hebst du dir für die Zeiten auf, in denen es sicher ist und du dich daran erinnern möchtest, warum das Radfahren draußen so gut tut.

Du musst nicht jede Woche alles machen. Man muss einfach so weiterfahren, wie es zu der eigenen Vorstellung von Nachhaltigkeit passt, und sich so vorbereiten, dass man mit schnellen Beinen in den Frühling startet, bereit, das Radfahren in der Sonne zu genießen.